Die letzten 2 Monate

Die Zeit verging, wie zu erwarten war, schneller als einem lieb ist. Ich habe sehr lange nichts mehr geschrieben, das tut mir leid.

Die letzten 8 Wochen sind jetzt also schon zum Greifen nahe und gerade jetzt fängt es an am meisten Spaß zu machen. Ich persönlich schreibe sehr viel mit Freunden aus Deutschland, wenn ich Abends im Bett liege. Das hat  dem ‚Heimwehgefühl‘ keinen Raum gelassen, weswegen ich auch nicht dieses typische Tief nach dem ersten Kulturschock hatte. Ich bin generell eher verschont geblieben, was aber auch daran liegen kann, dass ich mich sehr schnell an neue Gegebenheiten gewöhne. Außerdem hatte ich andere Austauschschüler an meiner Schule. Wir haben uns immer gegenseitig unterstützt und konnten uns alles erzählen. Sie sind jetzt auch schon zu sehr guten Freunden geworden.

Ich denke in den wenigen Wochen die jetzt noch bleiben fängt man an sich mit Gedanken zu beschäftigen wie: „Wie wird es sein, wenn ich wieder zurück komme?, „Werde ich Japan sehr vermissen?“, „Wie haben sich meine Freunde verändert, wie habe ich mich verändert?“. Wenn du dir diese Fragen stellst, kommst du nicht umher Veränderungen an dir selbst festzustellen und ich persönlich finde das wirklich sehr interessant, denn ich habe diese ganzen Monate die ich hier schon verbracht habe immer gedacht ich hätte mich gar nicht verändert. Man selbst mag es wohl auch nicht so extrem wie außenstehende Menschen sehen, aber ich war schon sehr enttäuscht. Eines der großen Ziele, weswegen man ins Ausland gegangen ist, war doch Veränderung, Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit oder „erwachsen“ werden.

Als ich dann vor ein paar Tagen mir alte Videos auf meinem Computer angesehen habe, also Videos die Wochen oder ein paar Monate vor meiner Reise aufgenommen wurden, angesehen habe, ist mir doch ein großer Unterschied aufgefallen. Man ist generell wohl erwachsener geworden, weil man sich hier um vieles selbst kümmern musste und wenn man es nicht getan hat, z.B. sich Abendbrot zu kaufen, dann ist es einem nicht einfach in den Mund geflattert, oder man konnte sich schnell etwas aus dem Kühlschrank nehmen.  Auf der anderen Seite musste man lernen Verantwortung abzugeben, denn gerade in Japan wird man oftmals noch sehr kindlich behandelt und man darf seine Entscheidungen nicht selbst treffen. Das war und ist immer noch eine sehr spannende Balance zwischen Dankbarkeit und Unzufriedenheit, aber das Alles gehört dazu. Also man merkt schon, dass man etwas ruhiger und gefasster ist und eher nochmal nachdenkt, bevor man etwas sagt oder tut. Aber auch die Art zu denken hat sich geändert, man hat eine komplett andere Denk- und Handlungsweise gezeigt bekommen und jetzt kann man sich das Beste für sich herauspicken. Für mich war es manchmal Unverständlich und Bizarr, jemehr man jedoch sieht, hört und versteht, desdo logischer erscheint es einem und du fängst an genauso zu handeln wie die Menschen in dem Land.

Im Großen und ganzen hat es sich bis hier her schonmal gelohnt überhaupt hergekommen zu sein, sich getraut zu haben in eine fremde Welt zu tauchen und den Mut gehabt zu haben diese zu erkunden ohne Scheu vor Andersartigkeit. Diese letzten Wochen werden eine weitere Bereicherung sein und ich werde sicher noch einige neue Kleinigkeiten entdecken, die mein Bild von diesem Land noch ein wenig verändern werden.

 

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